Bad Schussenried, St. Magnus

St. Magnus

ehem. Klosterkirche der Prämonstratenser


Kloster Bad Schussenried
Ort:

Bad Schussenried,

Baden-Württemberg

Bistum:

Rottenburg-Stuttgart

Dekanat Biberach

Konfession: 
Katholisch
Rang: Pfarrkirche
Erbaut: 1185
Stil:

überwiegend Barock



Beschreibung: 1183 legten die Adelsherren Konrad und Beringer von Schussenried ihre Besitztümer in die Hände des Prämonstratenserordens, da sie keine Nachfahren hatten. Daraufhin bezogen Chorherren aus dem bei Ravensburg gelegenen Kloster Weißenau die Räume des neuen Klosters Schussenried. Man errichtete 1185 Konventgebäude und Klosterkirche nach romanischem Vorbild, die 1223 zunächst auf das Patronat "Maria, Mutter Gottes" geweiht wurde. Erst im 14. Jhdt. ergänzte man das Patrozinium des Heiligen Magnus - "Apostel des Allgäus". 1493 erfolgte die Gotisierung der Klosterkirche. Zeitgleich erhielt das Kloster unter Abt Heinrich Österreicher einen schlossähnlichen Vorbau und eine Bibliothek.


Deckenfresko von Johannes Zick um 1745 Bad Schussenried
Deckenfresko von Johannes Zick um 1745
Chorgestühl Bad Schussenried
Kunstvolles Chorgestühl aus Lindenholz, Werkstatt Machein 1715

Im Zuge der Bauernkriege und des 30-jährigen Krieges erlitt Kloster Schussenried schwere Schäden. Nach Plänen von Dominikus Zimmermann entstand ab 1752 eine neue barocke Klosteranlage. Jakob Emele, Schüler des berühmten Architekten, vollendete den Klosterbau, der schließlich drei Gebäudeflügel, eine barocke dreischiffige Klosterkirche, Kreuzgang und eine prachtvolle Rokoko-Bibliothek umfasste. Während der Säkularisation 1803 wurde das Prämonstratenserkloster aufgelöst und ging in den Besitz der Grafschaft Sternberg-Manderscheid über. Später verkauften diese die Gebäude an das Königreich Württemberg. Nachdem die Klostergebäude viele Jahre als Krankenhaus genutzt wurden, ist Kloster Schussenried heute Kultur- und Veranstaltungszentrum. Es beherbergt ein Museum zur Geschichte schwäbischer Klöster und eine interessante Dauerausstellung „Das Leben hinter Klostermauern“.



Die ehemalige Klosterkirche dient heute als Pfarrkirche. Ihr farbiger und prachtvoll inszenierter Innenraum verzückt das Auge. Besondere Erwähnung findet das vom bayerischen Hofmaler Johannes Zick stammende riesige Deckenfresko mit Szenen aus dem Leben des Ordensgründers Norbert von Xanten, das sich fast durch das gesamte Mittelschiffgewölbe erstreckt. Wertvoll ist auch das Chorgestühl im Altarraum, gefertigt von der Bildhauer-Werkstatt Machein 1715. 46 kunstvoll geschnitzte Sitze mit Reliefs aus Nussbaum- und Lindenholz, zwischen denen sich kleine Statuen von 24 Ordensgründern erheben.

Insgesamt kann die Pfarrkirche St. Magnus als ein Glanzstück spätbarocker Zeit bezeichnet werden.

Hochaltargemälde "Maria Himmelfahrt" von Johann Caspar Sing 1717
Hochaltargemälde "Maria Himmelfahrt" von Johann Caspar Sing 1717
Seitenaltargemälde "Heiliger Augustinus mit brennendem Herz"
Seitenaltargemälde "Heiliger Augustinus mit brennendem Herz"


Mehrere Darstellungen des Hl. Magnus, wie er mit seinem Abtstab Schlangen, Ungeziefer, Drachen und Dämonen vertreibt und einen Kranken heilt



Lage: An der oberschwäbischen Barockstraße südlich von Biberach liegt die Stadt Bad Schussenried. Die ehemalige Klosteranlage der Prämonstratenser befindet sich im Zentrum. Neben der prächtigen St. Magnus-Kirche können hier ein Museum und der berühmte Rokoko-Bibliothekssaal „Sitz der Weisheit“ besichtigt werden.



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