Ulmer Münster


Höchster Kirchturm der Welt


Ulmer Münster
Ort: Ulm, Baden-Württemberg
Bistum:

Rottenburg-Stuttgart,

Dekanat Ehingen-Ulm

Konfession:  Evangelisch
Rang: Münster
Erbaut: 1377
Stil: Gotisch

Modell Ulmer Münster


Chor-Glasfront Ulmer Münster

Große Chor-Glasfront von 1400

Innenraum Ulmer Münster

42 m hohe Hallenschiff des Münsters

Gotisches Strebewerk Ulmer Münster

Gotisches Strebewerk



Beschreibung: Eine erste Pfarrkirche stand zunächst außerhalb der Stadtgrenze von Ulm. Aufgrund einer Belagerung durch den Kaiser im Jahre 1376 wurden so die Bürger von ihrer Pfarrkirche abgeschnitten und man beschloss nach der Belagerung eine neue Kirche innerhalb der Stadtgrenzen zu errichten. Zudem war Ulm keine arme Stadt, sondern erlebte im 14. Jahrhundert eine wirtschaftliche Blütezeit. Die Ulmer waren stolze und freie Bürger und wollten eine einzige große prachtvolle Kirche für ihre Stadt. Ihr Ehrgeiz war so groß, dass sie die höchste Kirche im ganzen Land besitzen wollten.


Jedoch dauerte es viele Jahrhunderte, bis dieses Ziel erreicht wurde. Der erste Kirchenbauplan geht auf die damals sehr bekannte Baumeisterfamilie Parler zurück, die die Abmessungen des Münsters bereits mit 126 m Länge und 52 m Breite 1387 festlegte. 1405 wurde die Kirche offiziell eingeweiht, aber bis dahin waren noch nicht einmal die Türme vollendet. Bis ins 19. Jahrhundert hinein arbeiteten 11 Baumeister am Ulmer Münster (auf vielen Steinen im Innenraum erkennt man ihre Meisterzeichen/Signatur), wobei sie auch mit vielen Problemen zu kämpfen hatten (z.B. einstürzende Türme, unzureichende Fundamente, Geldmangel).


Erst 1890 wurden die Arbeiten mit der Fertigstellung des Hauptturmes unter August Beyer endgültig abgeschlossen. Dieser Turm hat eine Höhe von 161,53 m und ist somit bis heute der höchste Kirchturm der Welt.

 

Um 1530 breitete sich der Gedanke der Reformation auch in Ulm aus und nach einer Bürgerabstimmung schlossen sich die Ulmer dem evangelischen Bekenntnis an. Das Münster wurde zur evangelischen Kirche.


Das Ulmer Münster lädt den Besucher im Innern zu einem Spaziergang durch die Jahrhunderte ein. Die mächtige Hallenkirche bietet trotz Bildersturm während der Reformationszeit noch viele große und kleine Schätze.

 

Einige besonders erwähnenswerte Ausstattungstücke und Kunstwerke des Innenraums:

  • wertvolles geschnitztes Chorgestühl von 1469 mit Figuren des Altertums, der Bibel und Heiligen
  • Wandbild "Jüngstes Gericht" von 1470 über dem Chor des Ulmer Malers Hans Schüchlin
  • Figuren an den Langhauspfeilern (darunter z.B. Johann Sebastian Bach, Martin Luther, Könige, Baumeister, Künstler)
  • erhaltene Kanzel aus dem 15. Jhdt.
  • Filigran gotisches Sakramentshaus von 1467
  • Bilderreiche Chorglasfenster von 1400
  • Bessererkapelle und Neithartkapelle
  • in den Hintergrund tretender Gotik-Renaissance Choraltar; Darstellung: Familie Mariens

Die bunt verzierten und großen Glasfenster im Ulmer Münster sind nicht nur schön anzusehen, sondern verleihen dem Gotteshaus auch überwältigende Lichteffekte.




Das Ulmer Münster ist bis heute eines der beeindruckendsten Zeugnisse gotischer Baukunst in Deutschland und hält immer noch Platz 1 im Rang der höchsten Kirchtürme der Welt.


Lage: Die Universitätsstadt Ulm liegt genau an der Grenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg. Die Donau - einst auch Grenze des Römischen Reiches zu Germanien - trennt heute Ulm (Baden-Württemberg) von Neu-Ulm (Bayern). Im Mittelalter war Ulm ein wichtiges Handelszentrum und somit eine reiche Stadt mit vielen Kaufleuten und wohlhabenden Bürgern. Auch führt seit jeher einer der Hauptrouten des Jakobswegs nach Santiago de Compostela durch die Stadt.



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